Bochum-Nord. Noch einmal versammelten sich am 08. März 2026 die Gemeindemitglieder und viele Gäste in dem Kirchengebäude an der Tröskenstr. 22, um an dieser Stelle ein letztes Mal zusammen mit Apostel Thorsten Zisowski Gottesdienst zu feiern.
Das auch mit viel Eigenleistung der Gemeindemitglieder erbaute Kirchengebäude war am 20.07.1964 von Apostel Emil Schiwy eingeweiht worden.
Die Gemeinde – unter dem Namen Bochum-Riemke – gehörte bis zur Bezirksstrukturreform 2005 zum Bezirk Herne, ab dann zum Bezirk Bochum. Am 04. Mai 2014 fusionierten die Gemeinden Bochum-Hiltrop und Bochum-Riemke zur Gemeinde Bochum-Nord am Standort Bochum-Riemke.
Weitergehen mit neuer Kraft
Apostel Thorsten Zisowski stellte den Gottesdienst unter das Bibelwort aus 1. Kön 19,7 „Und der Engel des Herrn kam zum zweiten Mal wieder und rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.“
In dieser Perikope geht es darum, dass Elia keinen Sinn mehr in seiner Tätigkeit als Prophet sieht und sterben möchte. Doch Gott schickt ihm einen Engel, der ihn auffordert zu essen und sich dann auf den Weg zum Berg Horeb zu machen, wo Gott sich ihm im stillen, sanften Sausen zeigt und weitere Aufträge gibt.
Der Apostel führte u.a. aus, dass auch wir manchmal in allem keinen Sinn mehr erkennen, aber „mit Gott geht es immer weiter“. Für Elia sei es wichtig gewesen, weiter zu machen, die Verbindung mit Gott zu halten. Das gelte auch für uns: „Der Glaube soll erhalten bleiben“.
Rabe oder Engel
Elia sei während der Dürre von einem Raben am Bach Krit mit Brot und Fleisch versorgt worden. Doch da sei es um die Erhaltung und das Überleben des Menschen gegangen. Als Elia unter dem Ginsterbusch sterben wollte, habe Gott ihm den Engel mit Brot und Wasser geschickt, um den Glauben und die Verbindung zu Gott zu erhalten. Dazu stellte der Apostel die Frage: „Was erbittest du von Gott – den Raben oder den Engel?“ Eine großartige Vergangenheit reiche nicht aus, sondern in Gegenwart und Zukunft weiter im Glauben zu stehen, sei wichtig.
Predigtbeiträge kamen von Priester Heinz Augustin und Bischof Jens Eberle.
Priester Augustin führte u.a. aus, dass Gott, wie auch bei Elia, keine Vorwürfe mache, sondern immer unseren Glauben stärken wolle.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahles versetzte der Apostel alle noch aktiven Amtsträger der Gemeinde – Diakon Jörg Volland, Diakon Frank Schnier, Priester Frank Dopatka, Priester Jürgen Niedenführ und den Vorsteher, Priester Heinz Augustin – in den Ruhestand, da diese entweder aus Alters- oder Krankheitsgründen nicht weiter aktiv tätig sein werden. Der Apostel dankte ihnen für ihre jahrzehntelange, ehrenamtliche Tätigkeit als Geistliche der Neuapostolischen Kirche.
Die drei nun in den Ruhestand versetzten Priester beauftragte der Apostel zur seelsorgerischen Betreuung von Kranken und zur Durchführung von Trauerfeiern. Priester Gerd Buch wurde in Abwesenheit in den Ruhestand versetzt.
Die meisten Gemeindemitglieder werden ab jetzt die Gottesdienste in der nur ca. drei Kilometer entfernten Gemeinde Bochum-Mitte besuchen, in der sie schon seit etlichen Monaten mittwochs zusammen die Gottesdienste gefeiert hatten.
Nach dem Schlussgebet sprach der Apostel die Profanierung aus. Anschließend wurden Bibel und Abendmahlskelche aus dem Kirchenschiff getragen.
Die Kirche an der Tröskenstr.
18. März 2026
Text:
Heike Schüßler
Fotos:
Dirk Schüßler
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