Hattingen. Die im April 2020 begonnene Generalüberholung der Hattinger Kirchenorgel konnte im September 2020 zum Abschluss gebracht werden. Seitdem erklingt in der Hattinger Kirche zur Freude der Gemeinde wieder eine Pfeifenorgel, die sogenannte "Königin der Instrumente.“
Als vor gut fünf Jahren wegen baulicher Mängel und Sicherheitsbedenken die Hattinger Pfeifenorgel stillgelegt wurde, war die Enttäuschung in der Gemeinde sehr groß. Seitdem musste man sich mit einer Digitalorgel und im Orgelprospekt platzierten Lautsprechern arrangieren, war aber zugleich in dieser Sache immer wieder im regen Austausch mit der Kirchenverwaltung in Dortmund.
Vor gut zwei Jahren erreichte dann die Gemeinde die positive Nachricht, dass die Kirchenverwaltung einer Überarbeitung der Hattinger Pfeifenorgel zugestimmt habe. Nun hatte man die Wahl, eine gebrauchte Orgel zu bekommen oder aber die alte Pfeifenorgel einer Generalüberholung zu unterziehen, um sie somit wieder "reanimieren" zu können. Man entschied sich für Letzteres.
Generalüberholung
Am 6. April 2020 begann die Firma Orgelbau Fleiter aus Münster, die Orgel komplett abzubauen und in ihren Betriebsräumen zu überholen. Die Windladen wurden komplett zerlegt, gereinigt und neu abgedichtet. Die Orgelpfeifen wurden gereinigt und neu intoniert. Die Orgel wurde auch technisch aufgerüstet. Zum Einen bekam sie einen neuen und zugleich fahrbaren Spieltisch, der nur noch mit einem LAN-Kabel mit der Orgel verbunden ist, zum Anderen sind alle Register des neuen Schwellwerks mit digitaler Steuerung komplett schwellbar, was vorher nicht möglich war.
Die Hattinger Orgel hat 17 Register - die Dispostion lautet:
Pedal Hauptwerk Schwellwerk Spielhilfen
Posaune 16' Gedackt 8' Metallgedackt 8' Moderne Setzeranlage mit 4 x 1024 Speicherplätzen
Subbass 16' Prinzipal 8' Quintade 8' Koppeln: II-I, I-P, II-P, Sub II-I, Super II-I
Gedacktbass 8' Oktave 4' Rohrnazard 2 2/3'
Choralbass 4' Trompete 8' Terz 1 3/5'
Krummhorn 8' Schwiegel 2' Blockflöte 4'
Mixtur 5-fach Prinzipal 2'
Cymbel 3-fach
Krummhorn 8'
Tremulant - wirkt nur auf Kegelladeregister
Voller Freude und zugleich sehr positiv erstaunt ist man in der Gemeinde über den Klang, der nun mit "alten Orgelpfeifen" erzielt werden kann. Man ist sich einig - die Hattinger Orgel hat an Klangqualität und präziser Spielbarkeit gewonnen.
Rückblick
Seit der Einweihung des Kirchengebäudes am 4. November 1955 durch den damaligen Bezirksapostel Walter Schmidt gehört eine Pfeifenorgel zur Ausstattung der Hattinger Kirche. Seinerzeit eingebaut wurde eine "Walcker-Orgel" mit elf Registern und 762 Pfeifen, die auf zwei Manuale und Pedal verteilt waren. In den 1960-er Jahren wurden vom Orgelbaumeister Opitz einige Veränderungen vorgenommen.
Im Rahmen der Kirchenrenovierung im Jahr 1996 wurde mit viel Eigeninitiative der Hattinger Gemeindemitglieder und Unterstützung von Friedhelm Deis (1930-2008), der über 50 Jahre Organist in der Hattinger Gemeinde war, sowie Gerhard Milewski, dem damaligen Orgelwart der Gebietskirche Nordrhein-Westfalen, die Orgel umgebaut und erweitert.
So bekam die Orgel einen neuen Prospekt, der Spieltisch wurde versetzt und darüber hinaus stiftete Friedhelm Deis ein Register, das er aus einer ausgedienten Pfeifenorgel aufkaufte. Die Orgel hatte von nun an 17 Register.
Neuer Spieltisch 2020
15. November 2020
Text:
Ralf Dembkowski
Fotos:
Ralf Dembkowski, Uwe Gendrullis, Frank Wieczorrek, Archiv Gemeinde Hattingen
Datenschutzeinstellungen
Mit Hilfe einiger zusätzlicher Dienste können wir mehr Funktionen (z.B. YouTube-Video-Vorschau) anbieten. Sie können Ihre Zustimmung später jederzeit ändern oder zurückziehen.
Datenschutzeinstellungen
Diese Internetseite verwendet notwendige Cookies, um die ordnungsgemäße Funktion sicherzustellen. Jeder Nutzer entscheidet selbst, welche zusätzlichen Dienste genutzt werden sollen. Die Zustimmung kann jederzeit zurückgezogen werden.
Einstellungen
Nachfolgend lassen sich Dienste anpassen, die auf dieser Website angeboten werden. Jeder Dienst kann nach eigenem Ermessen aktiviert oder deaktiviert werden. Mehr Informationen finden sich in der Datenschutzerklärung.
