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Rubinhochzeit in Wetter

 

Wetter. Am Sonntag, dem 15. Juni 2025, erhielten Elke und Gerald Gettkandt den Segen zur Rubinhochzeit.

Ab 9.30 Uhr bereitete das Wetteraner Gemeindeorchester den besonderen Gottesdienst mit Instrumentalmusik vor.

Um 10.00 Uhr eröffnete Evangelist Michael Neubauer, Vorsteher der Gemeinde, den Gottesdienst. Folgendes Bibelwort diente der Predigt als Grundlage (1. Korinther 12, 4-6): "Es sind verschiedene Gaben; aber es ist ein Geist. Und es sind verschiedene Ämter; aber es ist ein Herr. Und es sind verschiedene Kräfte; aber es ist ein Gott, der da wirkt alles in allem." 

Der Evangelist begrüßte anfangs alle Gäste, besonders die Gäste, die in der Vergangenheit der Gemeinde angehörten, später aber verzogen und nun zur Rubinhochzeit angereist waren.

Vorsteher Neubauer verglich die Ehe mit der Dreieinigkeit Gottes - Eheleute sind auch eine Einheit. Jedes Ehejubiläum würde eine Herausforderung darstellen - egal ob es 25, 40, 50 Jahre oder mehr sind. Es gibt nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen. Die Eheleute wollten um den Segen, also die Stärkung für die kommenden Jahren bitten.

Gott ist der allmächtige Gott, der der Anfang und Start von allem in der Welt ist. Jesus Christus ist ein Teil von Gott. Er war auf der Erde und die Menschen konnten ihn anfassen. Jesus hat den Startpunkt zur Erlösung gegeben. Der Heilige Geist beinhaltet die neue Schöpfung in der Zukunft, worauf alle Christen hinarbeiten und der Heilige Geist hilft, sich darauf vorzubereiten. 

Dinge, die unterschiedlich sind, die verschiedene Aspekte haben, können zu einer Einheit zusammenwachsen, wie das bei der Dreieinigkeit Gottes der Fall ist. Evangelist Neubauer beschrieb die anwesende Gemeinde. Es wären alle Gäste und Gemeindemitglieder unterschiedlich. Die Gäste kommen aus einer ganz anderen Stadt und doch sind sie heute eine Einheit - eine Festgemeinde mit Nähe und Gemeinschaft. Der Eine ist vom Wesen sehr rational und der Andere ist sehr emotional - und doch gehen alle in eine Gemeinde und ergänzen sich gegenseitig.

Priester Marcus Baum verglich in seiner Predigtzugabe die Ungleichheit mit einem Workshop. Wenn alle dort Anwesenden die Aufgabe bekämen, eigene Farben und Utensilien mitzubringen, um eine Wand weiß zu streichen, dann kämen am Ende - obwohl der Auftrag für alle gleich war - unterschiedliche Farbnuancen heraus. Das läge an Verunreinigungen, an verschiedenen kleinsten andersfarbigen Farbpigmenten oder an unterschiedlichen Weißtönen. Alle Anwesenden hatten denselben Auftrag und doch sind Unterschiede herausgekommen.

Zur Zeit des Alten Testaments war die Grundlage auch für alle Menschen gleich, der gemeinsame Glaube. Und doch gab es nicht DIE Reinheit. Das kam erst viel später, verkörpert in Jesus Christus. Er bat Gott, selbst eins mit ihm zu sein, dass andere eins mit ihm werden sollten, so wie Jesus mit Gott eins wäre.

Man sähe, wie schwer es ist, eine Einheit darzustellen, selbst wenn man den gleichen Glauben hat. Jeder Mensch hat seine Fehler, keiner ist perfekt, ein jeder muss sich anstrengen. Und doch kann man voneinander lernen. Es gibt kein einheitliches Rezept für die Ehe. Es gibt aber ein gemeinsames Fundament, der göttliche Glaube, der als Gemeinsamkeit für die Ehe dient und auf den man sich verlassen und darauf bauen kann.

Segenshandlung

Nach der Predigt feierte die Gemeinde das Heilige Abendmahl. Anschließend leitete ein Quartett bestehend aus Katja Wawrzyn, Ines Teichert, Manuel Borgmann und Sascha Gettkandt die Segenshandlung mit dem Lied ,,Amazing Grace" aus dem Internationalen Gesangbuch mit Klavierbegleitung (Florian Wawrzyn) emotional ein.

Danach gab Evangelist Neubauer dem Jubelpaar das Bibelwort aus Apostelgeschichte 4, 32 mit auf den Weg: "Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam."

Das Paar habe 40 Jahre lang das Leben gemeinsam verbracht. Die meisten Bereiche würden die beiden gemeinsam teilen und nicht mehr auf die einzelnen Besitzer aufteilen. Die gemeinsamen Kinder sind ein Geschenk und ein Zugewinn - man hat also mehr als das, mit dem sie damals angefangen haben. Der Schwiegersohn und später Enkelkinder sind dazugekommen. Der jährliche gemeinsame Sommerurlaub von drei Wochen wäre eine schöne Gemeinschaft und würde sich als etwas Besonders auszeichnen, da nicht viele Familie die Dauer schaffen würden.

Für die Gemeinde wäre die Familie auch ein großer Zugewinn. Ohne jemanden besonders aus der Gemeinde heraus- oder herabzuwürdigen, muss man die Aktivität der einzelnen Familienmitglieder als Gewinn sehen. Würde man sich die Gemeinde ohne die Familie vorstellen, gäbe es viele Dinge, die so nicht mehr funktionieren würde wie die Abrechnung des Opfergeldes, die Neugestaltung des Schaukastens, die Erstellung von Online-Berichten, die Musik, die Organisation und noch vieles mehr. Darauf könne man stolz sein und die Gemeinde wäre sehr dankbar dafür. Neubauer erbat mit der Gemeinde den Segen für das Jubelpaar. 

Zum Ausklang der Segenshandlung sang der Gemeindechor mit Klavierbegleitung das Lied "Bist du bei mir/You raise me up". Evangelist Neubauer beendete den Gottesdienst mit Gebet und Segen.

Am Ende trug ein Trio bestehend aus Katja Wawrzyn (Klavier), Florian Wawrzyn (Cello) und Sascha Gettkandt (Cello) dem Jubelpaar ein Prelúde von Dimitri Dmitrijewitsch Shostakovich vor. Die Festgemeinde klatschte begeistert Beifall und beglückwünschte das Rubinhochzeitspaar.

24. Juni 2025
Text: Katja Wawrzyn
Fotos: Frank Stechbart

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