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Letzter Gottesdienst in Herdecke

 

Herdecke. Am Sonntag, dem 12.2023 besuchte Apostel Thorsten Zisowski die neuapostolische Kirchengemeinde Herdecke, um den letzten Gottesdienst zu feiern und anschließend das dortige Kirchengebäude zu profanieren und die Kirchengemeinden Herdecke und Wetter zusammenzuschließen.

Herdecke, am Sonntag dem 17.12.2023 um 10:00 Uhr. Es sollte ein besonderer Tag für die Herdecker Kirchengemeinde werden. Grundlage der Predigt war das Bibelwort aus Lukas 19; 10: „Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist". Apostel Zisowski begann den Gottesdienst mit Worten: „Es ist ohne Frage ein besonderer Gottesdienst, mit besonderen Empfindungen, die Gott kennt, von jedem Einzelnen von uns. Der göttliche Heils- und Erlösungsplan erfährt heute keine Änderung, wenngleich hier heute der letzte Gottesdienst gefeiert wird.“

 

Tempel Gottes werden

Apostel Zisowski fragte die Gemeinde direkt: „Wie soll ich dich empfangen? Sein Tempel soll ich sein, eine Stätte in der Gott wohnt, in der er sich wohlfühlt und in der er wirken kann“. Zisowski sprach davon, dass man sich nur selbst bewerten könne. Wie sehr sei man selbst ein Tempel Gottes und wie sehr wohne Göttliches in einem selbst? Wie sehr begleite einen das Göttliche durch die Tage und das Leben? Wie sehr habe es einen geprägt, geformt und eingenommen?

 

Adventszeit-Zeit zur Buße

Als nächstes zitierte Apostel Zisowski Stammapostel Schneider: „Die Adventszeit ist auch die Zeit der Buße.“  Sie sei nichts Passives, so Zisowski, sondern etwas Aktives: Sich zu Gott hinzubewegen. Buße hätte etwas mit Umkehr zu tun. Sich bewusst zu werden, was überhaupt passiert wäre. Was es bei dem anderen gerade ausgelöst hat-es ihn vielleicht gekränkt oder verletzt hat. Sich dann selbst die Frage zu stellen: Wie kannst du es wieder gut machen?

 

Das Gericht

Apostel Zisowski forderte die Zuhörer dazu auf, sich bewusst zu werden mindestens einmal vor Gott und vor seinem Gericht zu stehen. Das könnte bei Eintritt in den Tod oder bei der heimholenden Wiederkunft Jesu Christi sein. Ein jeder würde bewertet werden, wie „gottnah“ oder „gottfern“ sein Leben gewesen ist. Lediglich die Anwartschaft zu den Erstlingen zu gehören, mit Heiligem Geist versiegelt zu sein, wäre kein Freibrief, so Zisowski.

Evangelist und noch Vorsteher der Gemeinde Herdecke Michael Neubauer, versicherte zusätzlich, dass das Treffen von falschen Entscheidungen nicht zur Verzweiflung führen brauche, weil man sich selbst schon im „Fegefeuer“ sieht. Es ginge genau darum: Um das Bemühen die richtigen Entscheidungen zu treffen, sowie die Erkenntnis zu haben, wenn man sich falsch verhalten hat.

 

Der Blickwinkel

Bischof Bruns bemerkte in seinem Predigtbeitrag in Bezug auf Buße, das Jesus einem schon mal den Blickwinkel ändern würde. Ein jeder wäre ja ein gläubiger Christ, würde an die Wiederkunft Christi und das Wirken des Apostelamtes glauben. Man müsse sein Leben daher nicht umkrempeln, weil jeder ja dem Herrn bereits nachfolgen würde! Wenn Jesus heute käme, wären wir dann bereit?

Es wäre sicher schwer für die Gemeinde Herdecke, diesen Ort aufzugeben. In dieser schönen Gemeinschaft die man so liebe und die Traditionen, sowie Erlebnisse die man gemeinsam hat. Trotzdem müsse das Wichtigste bleiben: Jesus Christus zugewandt zu bleiben! Wenn jeder, wo auch immer er die Gottesdienste zukünftig besuche, das täte, dann würde jeder erleben das Jesus kommen wird, einen jeden zu suchen und selig zu machen.

 

Dank

Der Apostel blickte auf 70 Jahre Gemeindebestehen zurück. Diese Zeit zu würdigen wäre nahezu unmöglich, so Apostel Zisowski. Er bedankte sich von Herzen bei allen die sich in der Gemeinde eingebracht haben-die, die durch ihr Wirken, diese Gemeinde schön, warm und anziehend gemacht haben. Stellvertretend für alle, bedankte sich Apostel Zisowski bei Pr. i.R. H.-G. Rubeau und seiner Frau Iris. Gott habe gesehen, was und wie sie alle gewirkt haben. Gott habe es sich gemerkt und hätte es in sein Gedenkbuch geschrieben.

 

Profanierung und Amtshandlungen

Apostel Zisowski entband Evangelist Michael Neubauer, von der Aufgabe als Vorsteher für die Gemeinde Herdecke. Außerdem bestätigte er formal Pr. Jörg Jablinski für die Gemeinde Wetter, da er beruflich verhindert war und an dem Gottesdienst nicht teilnehmen konnte.

 

Rückblick auf 70 Jahre Gemeinde Herdecke

Die ersten Mitglieder zogen 1921 nach Herdecke. Sie besuchten die Gottesdienste in Wetter und Hagen-Vorhalle, in Wetter bei den Geschwistern Dubberke zuhause. Seit 1952 gibt es so viele Mitglieder in Herdecke, das die Gottesdienste im alten Kino an der Bergstraße stattfinden. 1961 wird das Grundstück „Am Sonnenstein“ erworben, weil die privaten Versammlungsstätten zu klein wurden. Im darauffolgenden Jahr wird die neue Kirche von Stammapostel Schmidt eingeweiht. In den fast 70 Jahren Gemeindebestehen dienen acht Vorsteher der Gemeinde. Die letzten 35 Jahre wurden maßgeblich von Pr. Jablonka, Hirte Prengel und Pr. Schmadel geprägt. 1996 wurde das Gebäude renoviert. Mitte der 80er Jahre zählte die Gemeinde ca. 170 Mitglieder. Die 50-Jahr-Feier war ein großes Fest. Zum Schluss beklagte die Gemeinde viele Wegzüge, Heimgänge, aber auch die allg. Tendenz, die Gemeindezugehörigkeit, nicht mehr allein am Wohnort zu festzulegen starke Abnahmen der Mitgliederzahlen.

17. Dezember 2023
Text: Katja Wawrzyn
Fotos: Elke Gettkandt, Katja Wawrzyn

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