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Familien-Workshop in der Gemeinde Witten

 

Am Sonntagnachmittag, dem 9. Juni 2013, war alles mal ein bisschen anders. Dort, wo sich sonst die Gemeinde zum Kaffeetrinken trifft oder die Senioren einen Nachmittag gemeinsamen verbringen, waren die Eltern der Neuapostolischen Kirche Witten mit ihren Kindern gekommen. Zu diesem Treffen eingeladen hatten der Gemeindevorsteher, Evangelist Udo Bilgard und der Sonntagschullehrer, Ralf Hessel.

Während die Kinder auf dem Hof betreut wurden, fand in der Kirche ein Workshop statt. Geleitet wurde dieser von Martin Breitkreuz aus der Gemeinde Dortmund-Applerbeck. Das Thema lautete: "Kinder im Gottesdienst".

Die Eltern beschäftigten sich zunächst damit, wie sie die Gottesdienstangebote priorisieren. Der Sonntagsgottesdienst bekam erwartungsgemäß deutlich höhere Werte als der Wochengottesdienst. Nach den Gründen befragt, wurden eine zu große Arbeitsbelastung und zu wenig Zeit genannt. Wobei es auch Stimmen gab, die den Wochengottesdienst als willkommene Pausen vom Alltagsstress ansahen.

Anschließend wurde in Gruppen erarbeitet, welche Vorteile und Möglichkeiten ein Gottesdienstbesuch - auch mit Kindern - eröffnet und wie es einem gelingen kann, dieses Angebot auszuschöpfen.

Zusammengefasst kamen die Arbeitsgruppen zu folgenden Ergebnissen:

Eine Wertschätzung des Gottesdienstes wird bestimmt durch:

Gottesdienste bieten die Möglichkeit, Kraft zu tanken und Unterstützung in der Gemeinde zu erfahren In Gottesdiensten kann Gott persönlich, zum Beispiel durch Glaubenserlebnisse, erfahren werden Gottesdienste heben sich aus dem Alltag heraus und ermöglichen so eine Besinnung auf das Wesentliche. Ein Teilnehmer nannte es "Kalibrierung des Lebens": Man wird daran erinnert, dass es noch etwas Größeres gibt als die tägliche Routine auf der Arbeit, in Familie und Freizeit Schwierig ist es für Eltern mit einem Partner einer anderen Konfession, da hier die Gottesdienste unterschiedlich bewertet werden Lebensumstände wie Arbeitsüberlastung, Stress und Zeitmangel können die Wertschätzung des Gottesdienstes beeinträchtigen Parallel-Angebote wie Sport und andere Freizeitaktivitäten machen es manchmal schwer, sich für den Gottesdienst zu entscheiden Gerade im Wochengottesdienst fällt es Berufstätigen schwer, sich innerlich von der Arbeit zu lösen und den Kopf frei für den Gottesdienst zu bekommen Qualität und lebensnahe Inhalte der Gottesdienste kann die Wertschätzung beeinflussen Die Kinder mit in den Gottesdienst zu nehmen wird ebenfalls manchmal als Belastung empfunden

Wodurch die Gottesdienst-Attraktivität gesteigert werden könnte:

Ein zentraler Aspekt ist die Predigt, die inhaltlich gehaltvoll sein und die Gottesdienstbesucher auch persönlich ansprechen soll. Eine mögliche Mitarbeit der Gemeinde bei der Gottesdienstvorbereitung und -durchführung, auch unter Einbeziehung der Kinder, wurde angesprochen Eine lebendige Liturgie, beispielsweise durch abwechslungsreiche Musik, kann die Attraktivität des Gottesdienstes fördern Die Gemeinde sollte nicht nur passiv sein, sondern zum Beispiel nach Musikbeiträgen Freude und Dank auch durch Klatschen äußern Kinderbetreuung während des Gottesdienstes ist bei den älteren Kindern schon die Regel und macht es für die Eltern einfacher, sich auf den Gottesdienst zu konzentrieren. Bei jüngeren Kindern würden sich die Eltern über positive Rückmeldungen aus der Gemeinde freuen, als Bestätigung, dass die Kinder in der Gemeinde willkommen sind und nicht stören. So kann auch in der Praxis gezeigt werden, dass Kinder tatsächlich Teil der Gemeinde sind Auch Unterstützung der Eltern untereinander kann es für den einzelnen leichter machen, den Gottesdienst als etwas Positives zu empfinden Jeder kann versuchen, durch eine Entfrachtung des Alltags und Entrümpelung seines Terminkalenders, mehr Zeit zu gewinnen für die Vor- und Nachbereitung der Gottesdienste

Fazit: Ein kurzweiliger Nachmittag, an dem sich die Eltern der Gemeinde intensiv austauschen konnten. Es wurde deutlich, dass alle Familien ähnliche Herausforderungen zu bewältigen haben. Das verbindet - und fördert die Hilfsbereitschaft untereinander.

9. Juni 2013
Text: Ute Alexy
Fotos: Udo Bilgard

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